Zeitschrift für Kritische Tierstudien

Anfang des Jahres wurde im westfälischen Lengerich der Animot-Verlag gegründet, dessen Zweck es ist, Literatur zu Themen wie Tierbefreiung, Tierrechte, Tierethik, Mensch-Tier-Studien und Kritische Tierstudien zu veröffentlichen. Als erste Publikation des Verlages erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift für Kritische Tierstudien (ZKT), die fortan jährlich erscheinen soll.

Der Animot-Verlag ist benannt nach einer Wortschöpfung des französischen Philosophen Jaques Derrida – der Neologismus ist aus animal (Tier) und mot (Wort) zusammengesetzt und ist homophon mit dem Plural von animal (animaux). Die ZKT versteht sich als ein inter- und multidisziplinäres Forum, in dem sowohl Autorinnen und Autoren aus dem akademischen Bereich als auch aus der Tierbefreiungsbewegung veröffentlichen können und sollen; sie soll, wie es in der Einführung heißt, „für den deutschsprachigen Raum das erste regelmäßig (jährlich) erscheinende Medium sein, in dem Wissenschaft und Aktivismus einander begegnen und unterstützen“. Während im englischsprachigen Raum das Journal for Critical Animal Studies diese Idee bereits seit einigen Jahren umsetzt, war eine solch enge Verknüpfung von Aktivismus und Wissenschaft im deutschsprachigen Bereich bislang selten. Die Zeitschrift will diese Lücke schließen. Der erste Band, der einen Umfang von über 160 Seiten hat, beinhaltet insgesamt sieben Beiträge zu unterschiedlichen Themen.

SKYLLA UND CHARYBDIS

Den Auftakt macht Charlotte E. Blattner mit einem Artikel über Wildtiere im Umwelt- und Tierschutzrecht. Der Umwelt- und Artenschutz lasse die Mehrheit aller Wildtiere – jene, die nicht vom Aussterben bedroht sind – schutzlos, da sie nicht das einzelne Tier, sondern nur ganze Spezies schütze. Im Gegensatz dazu spreche die Tierethik Tieren aufgrund ihrer Interessen als empfindungsfähige Wesen intrinsischen Wert zu und sehe in ihrer kontinuierlichen Unterordnung unter ökologische Prozesse lediglich eine weitere Ausprägung des vorherrschenden Anthropozentrismus und letztlich des Speziesismus. In diesem Sinne stünden sich die Tier- und Umweltethik bislang diametral gegenüber, ohne Raum für eine fruchtbare Annäherung der beiden Ansätze. Wildtiere befänden sich an der Schnittstelle und damit „regelrecht zwischen Skylla und Charybdis – eine regulatorische Falle, der sie nicht schadlos entfliehen können“. Dass es auch anders gehe, zeigten die Beispiele Norwegen und Litauen: Laut norwegischem Tierschutzrecht bestehe etwa eine Hilfspflicht gegenüber Wildtieren, welche offensichtlich krank, verletzt oder hilflos sind; Litauen habe eigens ein Gesetz zum Schutz von Wildtieren erlassen, das festlege, dass deren Schutz Staatsaufgabe ist.

Unter dem bestehenden Tierschutzgesetz können, so Blattner, trivialste Interessen von Menschen – wie kulinarisches Vergnügen – fundamentalste Interessen von Tieren – wie ein Interesse an Leben – derogieren. Der gleichen Gefahr wären Wildtiere ausgesetzt, würden sie dem Tierschutzgesetz unterworfen. Letztlich könne man also nur dann mit guten Gründen für die Anwendbarkeit des Tierschutzgesetztes auf Wildtiere plädieren, „wenn sich dieses von seinem Nutzbarkeitsethos emanzipiert und die fundamentalsten Interessen von Tieren zu berücksichtigen beginnt“. Ein erster Schritt in diese Richtung könne erreicht werden, „indem wir elementare Interessen von Tieren mittels unabdingbaren Rechten schützen, um der andauernden Ausnutzung und Instrumentalisierung der Tiere für menschliche Interessen Einhalt zu gebieten“.

DEHUMANISIERUNG

Im zweiten Beitrag behandelt der Verlagsgründer und Herausgeber der Zeitschrift Daniel Lau Praktiken der Animalisierung und Dehumanisierung am Beispiel der urbanen Gesellschaften des alten Westasiens. Die politisch-ökonomische Praxis der Ausbeutung von Tieren äußere sich ideologisch in einer Abwertung von Tieren, die sich dann auch auf Menschen ausdehnen lasse, indem, so Lau, „menschliche Randgruppen animalisiert oder in die Nähe des Tieres gestellt werden und damit gleichsam die Herrschaft, die Gewalt legitimiert wird, die über sie ausgeübt wird“. Dergestalt soll die Strategie der Dehumanisierung „Sexismus, Rassismus und andere Formen der Abwertung und Unterdrückung in der Gesellschaft naturalisieren, um so den Machterhalt der herrschenden Klasse zu sichern“. Das gewalttätige Potenzial der Animalisierung offenbare sich etwa in den Worten Theodor W. Adornos, der in seinem Werk Minima Moralia (1951) schrieb: „Die stets wieder begegnende Aussage, Wilde, Schwarze, Japaner glichen Tieren, etwa Affen, enthält bereits den Schlüssel zum Pogrom.“

Nicht nur in der Moderne, sondern bereits in den antiken Gesellschaften habe es Tendenzen der Animalisierung und Dehumanisierung gegeben, um damit Unterdrückung zu rechtfertigen. So seien im babylonisch-assyrischen urbanen Sprachgebrauch Fremde und „Unzivilisierte“ wie Nomaden mit Tieren gleichgesetzt worden, seien etwa als „Affen aus dem Gebirge“ bezeichnet worden. Sklaven seien in den archaischen Listen nach den gleichen formalisierten Schemata verzeichnet worden wie domestizierte Tiere, besiegte Gegner mit Nasenringen mit hindurchgeführten Zügeln dargestellt, abgezogene Menschenhaut wie die anderer Tiere weiterverarbeitet, beispielsweise auch gefärbt, und dann zur Schau gestellt worden.

Auf analytischer Ebene kommt Lau zum Schluss: „Die Mensch-Tier-Grenze und der ihr im Kern eingeschriebene Speziesismus sind die Voraussetzungen dafür, dass Animalisierung funktioniert.“ Die Abwertung von Menschen über Animalisierung verstärke zudem wiederum die gesellschaftliche Wahrnehmung der negativen symbolischen Bedeutungszuschreibung des Tieres. Auf diese Weise könne Tierausbeutung als wichtiger ursächlicher oder verstärkender Faktor für intrahumane Ausbeutungsverhältnisse und Abwertungen erachtet werden.

NATIONALISMUS

Im Artikel von Ina Schmitt geht es um die Verbindungen zwischen Tierschutz und Nationalismus. Der moderne Tierschutzgedanke, der ab dem frühen 18. Jahrhundert entstand, sei von Anfang an anthropozentrisch gewesen: Tierquälerei sei als einer zivilisierten Gesellschaft unwürdig betrachtet worden. Bereits früh sei das Moralverständnis bezüglich des Schutzes von Tieren mit einer Abneigung gegenüber allem „Jüdischen“ einher gegangen, so bei Kant und bei Arthur Schopenhauer. An diese angelehnt habe sich auch Richard Wagner für den Tierschutz und insbesondere gegen die Vivisektion engagiert – im Tierversuch habe der Komponist „das Böse und das Jüdische“ zugleich gesehen.

Entsprechend seien die Forderungen der Tierversuchsgegner auf Zustimmung in der völkischen Bewegung gestoßen, und die Tierschützer, obschon der unterschiedlichen Beweggründe bewusst, hätten sich auf die politische Interessenvertretung durch die NSDAP eingelassen. 1933 wurde das Reichstierschutzgesetz erlassen; zu dessen Intention hieß es in der amtlichen Begründung, dass das deutsche Volk „besonders tierliebend“ sei. Wer ein Tier quäle, um sich an seinen Qualen zu ergötzen, sei „ein Untermensch“, hieß es in der SS-Zeitschrift Das schwarze Korps. Eine vorgeblich „anständige“ Einstellung gegenüber Tieren habe dergestalt sogar als Legitimation für die Vernichtung „unwerten“ menschlichen Lebens gelten können.

Auch heute könne der Tierschutz, etwa bei rechten Parteien wie der AfD, als Mittel zur Diffamierung und Ausgrenzung herangezogen werden: „Das Schächten, obwohl europaweit verboten und nur selten als Ausnahmeregelung durchgeführt, dient offenkundig der millionenfachen Verächtlichmachung von muslimischen Menschen“, so Schmitt. Meldungen über tierquälerische Handlungen in anderen Ländern würden, etwa in den Kommentarspalten der Social-Media-Netzwerke, oft als nationales Merkmal anderer Länder verstanden – die Reaktionen äußerten sich nicht selten in Hass und Gewaltphantasien. Auch im Tierrechts-Bereich gebe es solche fragwürdigen Positionen, etwa beim Verein Animal Peace, und nicht selten seien auch, selbst von großen bürgerlichen Tierrechtsorganisationen wie PETA, schon Holocaust-Vergleiche gemacht worden, die, so Schmitt, „einen wesentlichen Anknüpfungspunkt rechter und rassistischer Personen an den Tierschutz und die Tierrechtsbewegung“ darstellen – denn in Anbetracht dessen, dass die Tierausbeutung gesellschaftlich akzeptierte Praxis sei, lieferten Analogien zum Holocaust den Rechten eine willkommene Strategie zur Relativierung desselben. Sowohl der Tierschutz- als auch der Tierrechtsbewegung fehle, stellt der Aufsatz abschließend fest, im Gegensatz zur Tierbefreiungsbewegung eine generelle Ausbeutungs- und Herrschaftskritik – eine solche sei, anders als der Tierschutzgedanke, nicht mit einer völkisch-nationalistischen Weltanschauung vereinbar.

MATERIALISMUS

Um eine Einordnung der Ausbeutung der Tiere ins historisch-materialistische Geschichtsbild geht es Christian Stache in seinem Beitrag. Der 2007 erschienene Sammelband Das steinerne Herz der Unendlichkeit erweichen, das erste deutschsprachige Buch, das seinem Untertitel zufolge ausdrücklich der Entwicklung „einer kritischen Theorie für die Befreiung der Tiere“ gewidmet worden ist, markiere in mehrerlei Hinsicht einen Einschnitt; unter anderem analysiere Marco Maurizi in seinen Beiträgen für den Band erstmals die Ausbeutung und Unterdrückung der Tiere unter positiver Bezugnahme auf die Gesellschaftstheorie von Karl Max und Friedrich Engels, ohne diese „als gänzlich unbrauchbar zu verwerfen“. Stache knüpft an die ursprünglichen Vorstöße des italienischen Philosophen an und zeigt, inwiefern die Ausbeutung der Tiere im Rahmen der historisch-materialistischen Geschichtsauffassung verstanden und kritisiert werden kann.

Marx und Engels hätten mit den religiösen und idealistischen Anschauungen gebrochen – diese seien eine verzerrende Darstellung der Geschichte der Natur und der Gesellschaft, die als Resultat des Überbaus, also des Denkens, der Kultur, der Politik usw. dargestellt würden. Übertragen auf die Ansätze in der Tierschutz-, Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung heiße das:

Die Diskurse, in denen die Tierausbeutung und -unterdrückung auf speziesistische Ideologien, Ethiken, Rechte, Sprache, Kultur und auf die politische Herrschaft zurückgeführt werden, müssen auf den Prüfstand. Denn sie erklären die Ausbeutung nicht aus der realen gesellschaftlichen Praxis der Tierausbeutung, sondern entweder maßgeblich aus dem Überbau oder sie abstrahieren gleich ganz von der konkreten politisch-ökonomischen Tierausbeutung.

Nach Maurizi ist der Speziesismus „von nichts die Ursache; er ist vielmehr der Effekt von etwas“ – und zwar von den politisch-ökonomischen Verhältnissen der jeweiligen Gesellschaftsformation. Tierausbeutung sei, so Stache, also eine Frage der politischen Ökonomie: „Die Ausbeutung und Unterdrückung hat nämlich bis dato ihr Zentrum in der Produktionssphäre.“ Die individuelle Konsumption und die Konsumptionsverhältnisse stützten diese selbstverständlich, seien ihnen aber logisch nachgeordnet: Nicht die individuellen Konsumenten seien diejenigen, die die Ausbeutung der Tiere kontrollieren und davon profitieren. Dies bedeute ausdrücklich nicht, dass man Bereiche wie die Konsumption oder Distribution aus der theoretischen Analyse oder der politischen Kritik ausschließen sollte; die größte Chance aber, die Tiere zu befreien, liege in der Expropriation der Privateigentümer der Tierindustrie und der Vergesellschaftung der Produktionsmittel mit einer anschließenden Konversion der Produktionsstätten in vegane Betriebe. Die Befreiung der Tiere sei damit, ebenso wie die Befreiung der Natur und der ausgebeuteten Klassen, letztlich „eine Frage des Klassenkampfs“.

ANTHROPOLOGIE

Über Tiere in der Anthropologie Immanuel Kants handelt der Artikel von Daphne Tokas – der Essay dreht sich um dessen These: „Dass der Mensch in seiner Vorstellung das Ich haben kann, erhebt ihn unendlich über alle anderen auf Erden lebende Wesen.“ Kants dualistisches Menschenbild habe den Menschen als Natur- und Vernunftwesen entworfen, „als sei dies ein Gegensatz, der sich allein im Menschen vereine“ – als Naturwesen sei der Mensch für ihn fremdbestimmt von seinen natürlichen Trieben, als Vernunftwesen dagegen erscheine er autonom und nichts anderem als seinem freien Willen verpflichtet. Direkte Pflichten gegenüber Tieren habe der Philosoph verneint – er sei in seiner Ethik anthropozentrisch geblieben, sofern er allein das „Verrohungsargument“ habe gelten lassen: Für Kant war die Enthaltung von Tierquälerei eine „Pflicht des Menschen gegen sich selbst“, da sie ihn abstumpfen und „verrohen“ lasse. Als Personen gelten ihm per definitionem nur Menschen – Selbstbewusstsein oder Subjektstatus sei bei Tieren nicht möglich. Er habe seine Definition des Menschen also qua Abgrenzung zu nicht-menschlichen Tieren gewonnen.

Da Kant ex negativo zu seinem Ansatz gekommen sei – er habe den Menschen damit definiert, „was nicht-menschliche Tiere nicht seien“ –, habe dieser mit Tieren als solchen eigentlich gar nichts mehr zu tun. Es handle sich dabei um eine Denktradition, die noch immer wirksam sei: „Heute noch nutzen wir ‚das Tier‘ als Behältnis einer anthropologischen Ideologie, die den Kontakt zu echten Tieren nicht nur verloren, sondern diese auch aus einem illusorischen Abgrenzungswunsch heraus verdrängt hat“, so Tokas – Tiere sollen „selbst heutzutage noch keine Subjekte sein“:

Sie sind wissensfigürliche Opfer einer historischen Unsichtbarmachung geworden, indem sie zu einer verdinglichten Gegenfigur verschmolzen sind, die damit nur noch als pervertierte Karikatur, Ausstellungs- und Verwertungsobjekt menschlicher Bedürfnisse existiert: in Zoos, Cartoons, Kinderbüchern, Zirkussen, als lächelnde Bärchenwurst, Kuscheltier und wissenschaftliche Denkfigur.

RESPEKT

Von Jens Tuider und Katharina Weiss stammt der einzige englischsprachige Beitrag der Ausgabe mit dem Titel: „Respect for animals – meaningful concept or hollow phrase?“ Dass die anthropozentrische Weltsicht nicht länger haltbar sei, gelte als einer der zentralen Grundsätze der Human-Animal-Studies: Tiere könnten nicht länger als Objekte betrachtet werden, die menschlichen Zwecken dienen, sondern müssten als fühlende, intelligente Individuen angesehen werden, mit eigenem Handeln und eigener Persönlichkeit. Dieser Paradigmenwechsel in den Mensch-Tier-Beziehungen bedürfe neuer Formen der Interaktion mit Tieren und einem entsprechenden Wandel im ethischen Bereich. Ein Konzept, das in diesem Kontext prominent vertreten werde, sei das des Respekts.

Doch was bedeutet „Respekt“ für Tiere? Immerhin sprechen nicht nur Verteidiger von Tierrechten von Respekt, sondern auch beispielsweise Tierhalter; der Gebrauch des Begriffes erscheint also recht beliebig. Ist dieses Konzept überhaupt mehr als eine „hohle Phrase“? Wie bei allen komplexen Sachverhalten müsse die Antwort auf diese Frage nuanciert ausfallen: Einerseits sei da die Tatsache, dass Respekt ein fest verankerter und anerkannter sozialer Wert sei; der Umstand, dass die meisten Menschen ein grundlegendes Verständnis für das Konzept hätten, könne für eine wichtige pädagogische Funktion genutzt werden, die zumindest dazu beitragen könne, bestimmte Exzesse zu vermeiden und die Behandlung von Tieren durch den Menschen generell zu mildern. Auf der anderen Seite bleibe „Respekt“ ein alles andere als klares Konzept – insbesondere sei weitgehend unklar, welche Praktiken genau mit dem Respekt vor Tieren vereinbar seien und welche nicht. „Respekt vor Tieren“ könne also bis zu einem gewissen Grad ein sinnvolles Konzept sein; dieses bleibe jedoch immer unzureichend, es sei denn, wenn auch beschrieben werde, was genau es bedeute und was es normativ impliziere. Aus Sicht der Tierrechtsbewegung müsse es letzten Endes bedeuten, Tieren Rechte anzuerkennen:

Wenn wir es ernst damit meinen, den Anthropozentrismus zu überwinden, um die Mensch-Tier-Beziehung neu zu gestalten, sollten wir die Tatsache anerkennen, dass Tiere fühlende, intelligente und soziale Individuen mit komplexen Bedürfnissen und Schwächen sind – genau wie wir. Wenn wir das akzeptieren, sollten wir anerkennen, dass Tiere keinen Respekt brauchen – sondern Rechte.

BEWEGUNGSGESCHICHTE

Unter dem Titel „Eine Bewegung auf der Suche nach ihrer Geschichte“ behandeln zum Schluss des Bandes Daniel Wache und Tom Zimmermann die Rolle von Archiven für die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung. Mehrfach seien Versuche unternommen worden, die eigene Geschichte festzuhalten – dies gelte sowohl für die erste Phase der Bewegung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert als auch für die zweite Phase ab den 1970er-Jahren. Die Autoren stellen einige dieser Versuche vor, wie das Magnus-Schwantje-Archiv, ein Onlinearchiv, das von der langjährigen Tierrechtsaktivistin Renate Brucker betrieben wird. Dort finden sich in erster Linie Schriften von Magnus Schwantje, aber auch Publikationen und Korrespondenzen von weiteren Persönlichkeiten der Tierrechtsbewegung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie etwa Clara Wichmann. Das Tierrechtsarchiv Bochum habe 2014 damit begonnen, Materialien der Bewegungen zu sammeln und seinen Bestand im Politischen Archiv an der Ruhr-Universität Bochum zu integrieren; dieser konnte, als das Archiv Ende 2017 aufgelöst wurde, gesichert werden – über 100 Aktenordner mit Zeitschriften, Broschüren, Büchern und Flugblättern wurden Anfang 2018 dem Projekt das tierbefreiungsarchiv übergeben.

Das Tierbefreiungsarchiv, das seit 2013 besteht, befindet sich im Haus der Demokratie in Döbeln, einer sächsischen Kleinstadt. Durch die Unterstützung des Vereins die tierbefreier e.V. konnte eine Honorarstelle für die Archivarbeit geschaffen werden, was die kontinuierliche Arbeit absichere. Die Bestände könnten, so die Autoren, zukünftig der Bewegung dazu dienen, eigene Standpunkte zu hinterfragen, Diskussionen nachzuvollziehen und die eigenen Entwicklungen aufzuarbeiten. Über die Bewegungsgrenzen hinaus könne das Material jedoch auch interessant für andere Zielgruppen werden – etwa für Journalisten oder Wissenschaftler. Ihr Beitrag schließt mit einem Appell: Der Versuch, Materialien der Geschichte der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung zu erhalten, solle nicht unterschätzt werden. „Kurz zusammengefasst: Werft eure und unsere Geschichte nicht weg!“

Die Zeitschrift für Kritische Tierstudien ist über den Buchhandel, über Online-Shops wie Roots of Compassion oder Tierbefreiershop sowie direkt beim Animot-Verlag für 14 Euro erhältlich.

Wir sind unabhängig, werbefrei und gehen grundsätzlich keine Kooperationen mit kommerziellen Anbietern ein. Die Ergebnisse unserer Recherchen sollen für alle Interessierten ohne Entgelt zur Verfügung stehen. Selbstverständlich aber ist unsere Arbeit mit einigem Aufwand verbunden. Wenn Sie uns unterstützen wollen, freuen wir uns daher über eine Spende.

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